Zwei Köpfe mit Zahnrädern

Die 7 Formen der Angst | Exzerpt aus einem Buch

Angst an sich ist etwas sehr Natür­li­ches. Angst ist eine wich­ti­ge Funk­ti­on, denn sie warnt uns vor Gefah­ren, lässt uns bei Bedro­hung oder einem ungu­ten Gefühl inne­hal­ten und anwä­gen. Schwie­ri­ger wird es, wenn Angst patho­lo­gi­sche Züge annimmt, d.h. wenn der oder die Betrof­fe­ne über­wäl­ti­gen­den Gefüh­len nicht mehr Herr wird. So kön­nen sich dar­aus schwer wie­gen­de Pho­bi­en ent­wi­ckeln, die zuneh­mend mit einem Ver­mei­dungs­ver­hal­ten ein­her­ge­hen.

Im All­tag begeg­nen wir tag­täg­lich den ver­schie­dens­ten Ängs­ten. Var­da Has­sel­mann beschreibt in ihrem Buch “Die See­le der Papa­ya” sehr schön sie­ben ver­schie­de­ne For­men von Angst. Für die­sen Arti­kel habe ich die­se Ängs­te zusam­men­ge­stellt, erläu­tert und wie man damit am bes­ten umgeht. Wo sehen Sie sich der­zeit? Wel­che Angst herrscht im Moment bei Ihnen vor? Ich möch­te Sie ermu­ti­gen, sich hel­den­haft Ihrer Angst zu stel­len und sie zu trans­for­mie­ren.

1. Die Angst vor Versagen (Unfähigkeit)

=  die Angst, im irdi­schen Leben und in Bezug auf har­te Anfor­de­run­gen zu ver­sa­gen

  • vie­le fürch­ten das, was zum Über­le­ben nötig ist, nicht schaf­fen zu kön­nen, sie füh­len sich unfä­hig
  • des­halb stren­gen sich vie­le an, sind beson­ders flei­ßig und äußerst ehr­gei­zig
  • auf die Fau­len bli­cken sie ängst­lich und ver­ächt­lich her­ab
  • die­se Men­schen sind so genüg­sam und beschei­den, dass sie ihre Mit­men­schen nie­mals um Hil­fe bit­ten
  • kei­ner soll ihre Schwä­che bemer­ken
  • sie sind fast unsicht­bar und allein
  • Ohn­macht und Hilf­lo­sig­keit machen sich breit

Die Lösung: Ver­trau­en Sie auf Ihre indi­vi­du­el­len Fer­tig­kei­ten!

2. Die Angst vor Freude (Missmut)

= die Angst, das Leben zu genie­ßen und sich dar­an zu erfreu­en

  • vie­le gehen ernst und gries­grä­mig durch die Welt
  • es gefällt ihnen, ande­ren die Freu­de zu ver­der­ben, sie zu stra­fen, wenn sie lachen, tan­zen
  • sie ver­bie­ten sich vie­les und erfin­den Übun­gen, die der Unter­drü­ckung der Lust die­nen
  • die­se Men­schen mögen es nicht, zu tan­zen, zu lachen, zu spie­len und zu fei­ern
  • Miss­mut zeigt sich als andäch­ti­ge, gott­ge­fäl­li­ge Hal­tung
  • Sor­gen um die Moral ihrer Mit­men­schen beherrscht die­se Men­schen
  • sie sind stolz dar­auf, ande­re beim Ver­ge­hen gegen das Gebot der irdi­schen Freud­lo­sig­keit ertap­pen zu kön­nen
  • zu viel Spaß am Leben käme einer Sün­de gleich

Die Lösung: Leben Sie Ihre Leben­dig­keit, Ihre Fröh­lich­keit und spü­ren Sie Ihre Unbe­küm­mert­heit! Jeder soll tan­zen, lachen, spie­len und fei­ern!

3. Die Angst vor Schuld (Schuldgefühle)

= die furcht­ba­re Angst vor den kleins­ten Feh­lern, vor Kri­tik, vor Got­tes Rache für die mensch­lichs­ten Regun­gen

  • das Leid der Welt auf eige­nen Schul­tern tra­gen steht im Vor­der­grund
  • die­se Men­schen mar­tern sich, schla­fen auf Nagel­bet­ten, kas­tei­en sich, arbei­ten bis zur völ­li­gen Erschöp­fung
  • dafür erwar­ten sie tie­fe Dank­bar­keit
  • sie wett­ei­fern dar­um, wer das größ­te Opfer bringt
  • wer am meis­ten lei­det, ist der Größ­te
  • sie den­ken schlecht von allen, die anders sind, wer­fen ihnen Selbst­sucht und Hart­her­zig­keit vor
  • somit ersin­nen sie noch här­te­re Metho­den der Selbst­be­stra­fung

Die Lösung: Prak­ti­zie­ren Sie (Selbst)Liebe als heil­sa­me Medi­zin!

4. Die Angst vor Veränderung (Starrsinn)

  • die­se Men­schen glau­ben, das Leben sei unbe­re­chen­bar und immer, wenn man denkt, man hat es fest im Griff, ent­glei­tet es wie­der (Erde kann beben, Feu­er, Krieg etc.)
  • doch alles ist aber im Wan­del, auch der Mensch
  • die Men­schen wer­den starr und hart, weil sie die Unbe­re­chen­bar­keit des Lebens fürch­ten, anstatt dass sie die Abwechs­lung genie­ßen und als Mög­lich­keit zum Neu­be­ginn nut­zen
  • sie schau­en in die Ster­ne, um die Zukunft bere­chen­bar zu machen
  • sie machen sich schwach und abhän­gig von Ora­keln
  • die­se Angst macht die Men­schen ver­schlos­sen, starr und unein­sich­tig
  • sie füh­len sich ver­las­sen und elend ange­sichts des Unheils, das jeder­zeit über sie her­ein­bre­chen könn­te
  • wenn sich Mög­lich­kei­ten erge­ben, ihr Los zu ver­än­dern, leh­nen sie es ab, denn ver­än­dern wol­len sie nichts, alles soll so blei­ben, wie es immer gewe­sen ist, nur dann glau­ben sie sich sicher

Die Lösung: Akzep­tie­ren Sie und neh­men es an, dass nicht alles plan­bar ist!(Glückliche) Zufäl­le gehö­ren zum Leben!

5. Die Angst vor Hunger und Durst (Habgier)

  • die­se Angst macht Men­schen gie­rig, nei­disch, gei­zig, hab­süch­tig und raff­gie­rig
  • jeder ver­sucht mehr zu ergat­tern als der Nach­bar
  • sie gie­ren nach vie­len Din­gen, die sie nicht brau­chen: Ruhm, Gold, Geld, Macht, Land, Glück, Schön­heit, lan­ges Leben
  • die­se Men­schen fin­den kein Ende: mehr, mehr, mehr – nie ist es genug
  • die meis­ten wol­len nur haben, die wenigs­ten wol­len geben

Die Lösung: Akzep­tie­ren Sie, dass auf der Erde alles im Über­fluss vor­han­den ist – für jeden!

6. Die Angst vor Verletzlichkeit (Hochmut)

  • der mensch­li­che Kör­per ist so ver­letz­lich
  • bei die­ser Angst herrscht die Auf­fas­sung vor, dass man sehr leicht sein Leben ver­lie­ren, ver­gif­tet und ver­letzt wer­den kann
  • Krän­kun­gen fres­sen Löcher in Geist und Gemüt
  • als Waf­fen und Schutz dage­gen die­nen Stolz, Hoch­mut, her­ab­las­sen­der Dün­kel und scharf­zün­gi­ge Angrif­fe
  • wenn Gefüh­le ver­letzt wer­den, schla­gen die­se Men­schen zurück, neh­men Rache, sind unver­söhn­lich und glau­ben, damit ihre Ehre vor Angrif­fen zu bewah­ren
  • so ent­ste­hen aber nur Zwist und Zwie­tracht, Bru­der­mord und Krieg
  • so ent­steht auch Ein­sam­keit, aus Angst vor Krän­kung geht einer dem ande­ren aus dem Weg, es gibt kaum noch Gemein­sam­kei­ten
  • fal­scher Stolz, rach­süch­ti­ges Ehr­ge­fühl errich­ten hohe Trenn­mau­ern zwi­schen den Men­schen

Die Lösung: Las­sen Sie sich von Ihrer Emp­find­sam­keit beglü­cken! Sie soll nicht weh tun, denn nie­mand ist allei­ne!

7. Die Angst vor der Endlichkeit (Ungeduld)

  • alles, was wir tun, hat sei­ne Fol­gen in der Zeit
  • es herrscht die Angst vor dem Tod, doch der Tod ver­spricht auch Erlö­sung
  • sel­ten kön­nen die Men­schen die wun­der­bar neu­en, ein­ma­li­gen und lehr­rei­chen Erkennt­nis­se wür­di­gen, die ihnen ein Leben in der Zeit bie­ten kann
  • die Men­schen ver­su­chen, mit Lis­ten und Küns­ten die­ses Gesetz außer Kraft zu set­zen
  • die Fol­gen sind: Het­ze und Unge­duld, sie hadern, weil sie nicht an zwei oder drei Orten gleich­zei­tig sein kön­nen
  • sie wol­len alle Mög­lich­kei­ten auf ein­mal nut­zen
  • die Angst steht im Vor­der­grund, nicht genug Zeit zu haben, alles Wich­ti­ge in einem Leben zu tun und zu erle­ben
  • es ist die Angst davor, das Bes­te zu ver­säu­men
  • kaum einer kann in Ruhe abwar­ten, was der Tag brin­gen wird

Die Lösung: Erken­nen Sie, dass Ver­gäng­lich­keit den Zyklen der Erneue­rung gehorcht! Was in dem einen Leben nicht erreicht wer­den kann, fin­det im nächs­ten Leben Raum und Zeit!

Die Gesamtlösung

Kein Mensch kann alle sie­ben Ängs­te zugleich ertra­gen. Nur höchs­tens eine Angst soll­te jeweils die Kräf­te eines Men­schen her­aus­for­dern. Schau­en Sie, wel­che Angst bei Ihnen der­zeit das Ruder in der Hand hat. Gelan­gen Sie über das Wahr­neh­men Ihrer Angst zu Erkennt­nis und Lie­be!

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