Mit EMDR Trauma und Belastungen bewältigen | Ein kurzer Überblick — Elke Groeger — Geschäftskunden
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Mit EMDR Trauma und Belastungen bewältigen | Ein kurzer Überblick

Was ist EMDR?


EMDR ist die Abkür­zung für Eye Move­ment Desen­si­tiza­ti­on and Repro­ces­sing und bedeu­tet auf Deutsch Desen­si­bi­li­sie­rung und Auf­ar­bei­tung durch Augen­be­we­gung.

Es ist eine The­ra­pie- und Behand­lungs­me­tho­de, bei der davon aus­ge­gan­gen wird, dass jedes mensch­li­che Gehirn über natür­li­che Ver­ar­bei­tungs­me­cha­nis­men ver­fügt. Der The­ra­peut nimmt des­halb eine bila­te­ra­le (zwei­sei­ti­ge) Sti­mu­la­ti­on der Augen vor, indem er die Fin­ger vor dem Gesicht des Kli­en­ten abwech­selnd nach rechts und links bewegt. Der Kli­ent folgt den Fin­gern mit den Augen und sti­mu­liert dadurch sei­ne bei­den Gehirn­hälf­ten. Die­se Sti­mu­la­ti­on stößt im Gehirn einen Infor­ma­ti­ons­ver­ar­bei­tungs-Pro­zess an, kur­belt damit die Selbst­hei­lungs­me­cha­nis­men des Gehirns an und hilft dem Kli­en­ten so, sei­ne belas­ten­den Erin­ne­run­gen zu ver­ar­bei­ten. Für vie­le Kli­en­ten wer­den dadurch ein Ver­blas­sen der Erin­ne­run­gen oder eine asso­zia­ti­ve Ver­bin­dung* und damit eine rasche Ent­las­tung spür­bar. Die Mes­sung und Beob­ach­tung von Hirn­strö­men nach EMDR-Behand­lun­gen geben Hin­wei­se auf eine Nor­ma­li­sie­rung der Hirn­ak­ti­vi­tät im Sin­ne einer sich anpas­sen­den Infor­ma­ti­ons­ver­ar­bei­tung. EMDR darf nicht mit Hyp­no­se ver­wech­selt wer­den, da der Bewusst­seins­zu­stand des Kli­en­ten nicht ver­än­dert wird.

EMDR ist ursprüng­lich eine Metho­de der Trau­ma­the­ra­pie und wur­de Ende der 80er Jah­re von Fran­ci­ne Shapi­ro in den USA ent­wi­ckelt. Heu­te wird die­se The­ra­pie- und Behand­lungs­me­tho­de auch bei vie­len ande­ren Belas­tungs­si­tua­tio­nen ein­ge­setzt. EMDR wird nach so genann­ten stan­dar­di­sier­ten Pro­to­kol­len sys­te­ma­tisch durch­ge­führt.

Als wis­sen­schaft­li­che Metho­de ist EMDR inter­na­tio­nal aner­kannt, da sei­ne Wirk­sam­keit durch zahl­rei­che Stu­di­en belegt ist. Da bei EMDR in ein­zel­nen Fäl­len Risi­ken und Neben­wir­kun­gen auf­tre­ten kön­nen, soll­te es nur von qua­li­fi­zier­ten Fach­leu­ten durch­ge­führt wer­den.

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*Asso­zia­ti­on in der Psy­cho­lo­gie: die Annah­me, dass beim Ler­nen ein­fa­che, nicht redu­zier­ba­re Ele­men­te (in der Regel Sin­nes­ein­drü­cke) unter bestimm­ten Bedin­gun­gen mit­ein­an­der ver­knüpft wer­den kön­nen

 

Die Therapie

 

Nach der Auf­klä­rung des Kli­en­ten erstel­len The­ra­peut und Kli­ent zunächst gemein­sam eine aus­führ­li­che Ana­mne­se (Krank­heits­ge­schich­te). Anhand die­ser dia­gnos­ti­ziert der The­ra­peut dann das Trau­ma bzw. die Belas­tungs­si­tua­ti­on und die Sym­pto­me. Das Gan­ze geschieht in einem siche­ren und behü­te­ten Umfeld, in dem sich der Kli­ent wohl­füh­len und öff­nen kann. Nun folgt die Bear­bei­tung der belas­ten­den Erin­ne­rung: Kli­ent und The­ra­peut gehen gemein­sam die Erin­ne­run­gen an die Trau­ma- bzw. die belas­ten­de Situa­ti­on durch. Wäh­rend sich der Kli­ent an das Ereig­nis und an damit zusam­men­hän­gen­de Situa­tio­nen erin­nert, führt der The­ra­peut die bila­te­ra­le Sti­mu­la­ti­on mit der Augen­be­we­gung des Kli­en­ten durch und ent­kop­pelt damit die Erin­ne­run­gen von den nega­ti­ven Emo­tio­nen. Die Augen­be­we­gun­gen ähneln denen des REM-Schlafs (REM: rapid eye move­ment), jener Pha­se des Schla­fes, indem die Gescheh­nis­se des Tages ver­ar­bei­tet wer­den.

Nach einer erfolg­rei­chen EMDR-Sit­zung ist die Erin­ne­rung an das Trau­ma bzw. die belas­ten­de Situa­ti­on in der Regel nicht mehr so belas­tend für den Kli­en­ten. Die mit ihr ver­bun­de­nen kör­per­li­chen Erre­gun­gen neh­men ab, und der Kli­ent kann ent­spann­ter mit der Erin­ne­rung an das Erleb­te umge­hen. Anzu­mer­ken ist jedoch auch, dass 10–20 % der Kli­en­ten nicht auf EMDR reagie­ren. Die Grün­de hier­für sind bis­lang noch nicht erforscht.

 

Meine Vorgehensweise

 

Die EMDR-Metho­de wird in der Regel mit ande­ren The­ra­pie­me­tho­den kom­bi­niert und lässt sich somit gut in einen Behand­lungs­plan inte­grie­ren. Stu­di­en bele­gen, dass auch schon mit weni­gen EMDR-Sit­zun­gen gute Erfol­ge erzielt wer­den kön­nen, dass sich die Belas­tung des Kli­en­ten stark ver­rin­gert. Dabei wäge ich gewis­sen­haft ab, wann der Ein­satz von EMDR in der Behand­lung ange­bracht ist.

Als aus­ge­bil­de­te und zer­ti­fi­zier­te EMDR-The­ra­peu­tin siche­re ich Ihnen abso­lu­te Sorg­falt und Gewis­sen­haf­tig­keit bei den Sit­zun­gen zu. Bevor wir mit EMDR-Sit­zun­gen begin­nen, infor­mie­re ich Sie aus­führ­lich und stim­me die Vor­ge­hens­wei­se mit Ihnen ab. Auch, wenn star­ke Erre­gungs­zu­stän­de wäh­rend der Sit­zung auf­kom­men, was bei EMDR vor­kom­men kann, wer­de ich Sie Dank mei­ner Erfah­rung dabei beglei­ten, in einen Ent­span­nungs­zu­stand zu gelan­gen. In der dar­auf­fol­gen­den Sit­zung bespre­chen wir, wie sich Ihre Emp­fin­dun­gen und Ihre Wahr­neh­mung in Bezug auf die belas­ten­de Situa­ti­on ver­än­dert haben. Eine EMDR-Sit­zung dau­ert cir­ca 1,5 Stun­den.


Anwendungsgebiete

 

EMDR wur­de zur Behand­lung trau­ma­ti­sier­ter Men­schen ent­wi­ckelt, zeigt sich aber auch bei ande­ren Stö­rungs­bil­dern, die durch belas­ten­de Erleb­nis­se mit ver­ur­sacht wur­den, eben­falls als wirk­sam, z.B. bei

  • Stress­be­las­tun­gen / Stress­sym­pto­men / Bur­nout / schwie­ri­ge Lebens­la­gen
  • belas­ten­den Situa­tio­nen, z.B. pri­va­te Kon­flikt­ge­sprä­che oder am Arbeits­platz
  • Reak­tio­nen auf Trau­ma­ti­sie­run­gen / Post­trau­ma­ti­sche Belas­tungs­stö­rung (PTBS)
  • aku­ten Belas­tungs­re­ak­tio­nen kurz nach belas­ten­den Erleb­nis­sen, z.B. Bewäl­ti­gung von Unfall­fol­gen
  • chro­ni­schen kom­ple­xen Trau­ma-Fol­ge­stö­run­gen nach schwe­ren Belas­tun­gen in der Kind­heit
  • trau­ma­ti­scher Trau­er nach Ver­lust­er­leb­nis­sen
  • Anpas­sungs­stö­run­gen
  • Ängs­ten / Pho­bi­en / Panik­stö­run­gen
  • chro­ni­schen Schmer­zen / Phan­tom­schmer­zen
  • psy­cho­so­ma­ti­schen Stö­run­gen
  • Zwangs­hand­lun­gen / Zwän­gen
  • Süch­ten
  • All­er­gi­en / Unver­träg­lich­kei­ten
  • depres­si­ven Erkran­kun­gen
  • belas­tungs­be­ding­ten Ver­hal­tens­stö­run­gen von Kin­dern

 

Wenn Sie wei­te­re Fra­gen zu der EMDR-Metho­de und mei­ner Vor­ge­hens­wei­se haben, spre­chen Sie mich bit­te ger­ne an!

 

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Tel. 0711 - 46 96 70 07